Als ich am 8. November Mittag unseren Sohn vom Michaeliskindergarten abholte, zog leckerer Duft durchs Haus. Die Martinshörnchen waren gerade frisch gebacken. Seit ein paar Wochen schon gestalteten die Kinder ihre Martinslaternen neu und übten das Martinslied.
Zu meinem Glück funktionierte der Leuchtstab noch mit den Batterien vom Vorjahr. Es war also alles für das Martinsspiel unterm Freiberger Tor bereit. Marit Walz stellte in ihrer kurzen Ansprache die Frage. ob es denn sinnvoll ist, den Kindern jedes Jahr wieder die gleiche Geschichte vorzuspielen. Eine Antwort hatte sie auch: Ja, denn abgeben müssen wir, Kinder wie Erwachsene, immer wieder neu hören und lernen. Mich für den einsetzen, der nicht angesehen ist, der vielleicht sogar gemobbt wird, das ist schwer. Vielleicht bin ich ja dann auch weniger angesehen oder werde deshalb selbst gemobbt? Martin hatte den Mut abzugeben, obwohl ihm sein Mantel nicht mal selbst gehörte. Der war Eigentum des Kaisers! Martin wusste, was richtig war und hat was riskiert. Traue ich mich, traust Du dich das auch? Üben konnten wir das Abgeben dann gleich ganz praktisch im Seniorenhaus, als wir die leckeren Martinshörnchen teilten. Vielen Dank an alle fleißigen Vorbereiter, Musiker, Helfer und Bäcker. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr._Karina Ficker